
Die Zahrensdorfer Eibe
Wer auf B5 von Boizenburg aus Richtung Ludwigslust fährt, hat ein wahrhafte Baumtour vor sich. Es liegen nicht etwa Bäume quer über der Fahrbahn, jedenfalls nicht bei normalem Wetter, sondern der aufmerksame Beobachter kann so manchen Baumgreis am Wegesrand entdecken.
Foto 001801: archivberlin / Efferer, März 2003 >>
Nicht weit hinter Boizenburg führt die B 5 durch den kleinen Ort Zahrensdorf. Die stämmige Kirche auf dem Friedhof ist rechter Hand nicht zu übersehen. An ihrer Ostseite entdeckt das geübte Auge einen zehn Meter hohen Baum, von dem nur wenige Durchreisende das Alter erahnen. Deann es ist ein Taxus, und wie mehrfach erwähnt, haben Eiben nur ein recht geringes Dickenwachstum und werden auch nicht übermässig hoch.
<< Foto 001802: archivberlin / Efferer, März 2003
Bei bekannten alten Exemplaren ergeben Rückrechnungen zweifelsfrei eine durchschnittliche jährliche Jahresring-Breite von 0,6 mm. Diese Eibe mit einem Umfang von 1,90 m ist danach runde 500 Jahre alt. Man kann annehmen, dass sie bei dem Bau der historischen Kirche gepflanzt wurde, was das Alter bestätigen würde.
Am Baum selbst ist ein schon sehr altes und verwittertes Holzschild “Naturdenkmal” angebracht, auf dem die obligatorische Eule eher zu erahnen als zu sehen ist. Die unteren Äste sind ziemlich wild abgesägt worden, sog. “Kleiderhaken” wurden stehen gelassen. Die Eibe macht aber einen soliden und gesunden Eindruck, und es gibt keinen Grund, warum sie nicht auch doppelt so alt werden sollte.
Foto 001851: archivberlin / Efferer, März 2003 >>
Wer sich die Eibe ansieht sollte auch gleich
einen Blick auf die in südlicher
Richtung gelegene Friedhofskapelle werfen.
Wenn man Glück hat, steht die Sonne günstig
und lässt die schöne Bleiverglasung leuchten.