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Die einst "älteste Linde" Deutschlands lebt nicht mehr:
Die 1200-jährige Linde in Staffelstein

So sah sie aus, die als älteste Linde Deutschland bekannte gewordene Linde in Staffelstein. Es ist stets ein trauriger Moment, wenn man erfährt, dass vor einigen Jahren der Rest dieses ehrwürdigen Baumes zusammengebrochen ist. Wie im Touristikbüro berichtet wird, hat man 1998 einige Framente in einer Art letztem Geleit von dem Standort am alten Friedhof in das örtliche Museum gebracht, wo das alte Holz gut konserviert aufgehoben wird.

Foto oben privat: Hartwig Goerss
Aus "Unsere Baumveteranen", 1991
Mit freundlicher Genehmigung des
Landbuchverlag Hannover
und Hartwig Goerss jun.
Foto aus den 1980er Jahren
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Eine Besonderheit gab es bei dieser Linde, un die ist auf dem Foto von Hartwig Gorss aus den 1980er Jahren zu sehen: Der Apotheker Schmolz hatte sich sein Leben hindurch für die alte Linde eingesetzt. 1959 schrieb er einen sensationellen Vorschlag an das Landratsamt in Staffelstein und schlug vor, 30 bis40 cm starke Lindenunter die abbruchgefährdeten Starkäste zu pflanzen und die Wachstumsschichten mit dem Altbaum zu verpfropfen.

- Foto -

<< Foto 005502: archivberlin / Efferer, September 2003

Die Äste in der Mitte sehen wirklich krank aus.
Einstige Hauptäste sind schon lange herausgebrochen.

Das hatte man mit etwas dünneren Stämmen offensichtlich später gemacht, für die 1200 Jahre alte Linde indes war es zu spät. Die Idee ist nach wie vor genial, vorausgesetzt, man kümmert sich rechtzeitig darum. Denn eine feste Vebindung kann ja nie innerhalb des alten Holzes poassieren, sondern wird von Jahresring zu Jahresring erst mit den Folgejahren aufgebaut. Man wird für eine einigermaßen stabile Verbindung also mindestens 20 Jahre benötigen und wird dieses Konstrukt in der Zwischenzeit anderweitig fixieren müssen.

- Foto -

Foto 005503: archivberlin / Efferer, September 2003 >>

Der Stamm ist an der Ostseite
schwer beschädigt. Stammumfang: 4,70 m,
Alter ca 250 bis 280 Jahre.

Am Stadtrand, dort wo es zum Tafelberg Staffelstein geht, steht an der Victor-Scheftel-Straße der Rumpf einer etwa 250 Jahre alten Linde, Stammumfang 4,70 m. Sie ist zwar kein Ersatz für den vergangenen Veteran, aber wenn man im Orte weilt, so sollte man ihr ruhig einen Blick gönnen. Leider ist sie an der Ostseite schwer beschädigt und weitere zentrale Äste verlieren vorzeitig die Blätter. Bleibt zu hoffen, dass sie sich erholen kann, was mit den Bodenverhältnissen auf dieser kleinen Verkehrsinsel wahrschinlich nicht einfach ist.

Nicht weit von dieser Linde entfernt steht in der Hirtengasse noch ein etwa 200 Jahre alte Robinie mit einem Stammumfang von 3,30 m; sie ist ebenfalls einen Blick wert.