
Die Loddeneiche
Ein beschaulicher Ort vor den östlichen Toren Hamburgs ist Reinbek. Die Stadt am Südrand des Sachsenwaldes, jenes Waldes, den Graf Otto von Bismarck einst vom Kaiser für treue Dienste erhielt, verfügt über etliche “Junggreise”. Ein beachtliches Stück von etwa 28 m Höhe ist jedoch die unter Denkmalschutz stehende Loddeneiche.
Man findet sie, wenn man aus westlicher Richtung nach Reinbek hinein fährt und am Ortseingang nach rechts in die Loddenalleee einbiegt. Wenn man diese ruhige, am Wald gelegene Sackgasse bis zum Ende fährt, so liegen nur noch zweihundert Meter Fußweg vor dem Besucher.
Die Eiche ist mit einem Umfang von genau 5 m ( 5,70 m in 80 cm Höhe über einer “Beule” am Stamm gemessen, sowie 8,70 m 20 cm über dem Erdboden) in der Altersklasse zwischen 400 und 450 Jahre zu finden.
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Vor etwa 80 Jahren hat die Eiche einen Hauptast verloren, der weggeschnitten werden musste. Die Wunde ist schon weitgehend zu geheilt und erinnert auf dem Foto an das Auge eines Zyklopen.
Die Gabelung im Stamm ist etwa in sechs Metern Höhe. Ein Schuss mit der Kamera in die mächtige Krone lohnt sich noch, solange die Blätter noch bei kühlen Temperaturen in den Knospen verharren. Die neuen Trieb sind kerngesund und auch die Substanz des Baumes lässt nichts zu wünschen übrig. Er macht den Eindruck, als würde auf weitere Jahrhunderte kaum der Pflege bedürfen.
Die Kostbarkeit hinter dem Schloss
Am Mühlenteich steht das hervorragend renovierte Reinbeker Schloss, in der jeder Besucher eine edle Gastronomie findet. Die eigentliche Kostbarkeit aber liegt hinter dem Schloss.
<< Foto 001007: archivberlin / Efferer, April 2003
Aus der Entfernung betrachtet wirkt diese Lebensbaum-Gruppe aufgrund der Baumhöhe bereits mächtig. Das immergrüne Nadelwerk verbirgt die wahre Struktur. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich diese “Gruppe” als ein Baum, ein uraltes, wertvolles Exemplar.
<< Foto 001052: archivberlin / Efferer
Dieser Abendländische Lebensbaum (Thuja occidentalis) lässt von der Westseite her einen Einblick unter den “Rock” offen und dreizehn Stämme, deren letzte Aufteilung sich in rund 1,5 m Höhe befindet, offenbarn sich dem Betrachter. Zwölf von ihnen entstammen dem selben Wurzelsystem. Einer hat sich an der Nordseite hineingeschummelt. Wahrscheinlich ist es ein viel jüngerer Sämling, der dort zwischen den schräg ausladenden Hauptästen gerade in die Höhe schießt. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass es sich um einen Wurzelschössling des alten Wurzelsystems handelt, aber das ist weniger wahrscheinlich und man müsste die Wurzeln freilegen, um das festzustellen. Das wollen wir natürlich nicht.
<< Foto 001009: archivberlin / Efferer, April 2003
Wie bei Zypressenarten üblich bilden sich buschig wachsende Bäume mit vielen konkurrierenden Hauptachsen heraus. Dieses Prachtstück zeigt nun deutlich, wie deren Entwicklung mit der Alterung abläuft.
Die Thuja erlebt ein viel moderateres Dickenwachstum als Eichen und erst Recht als Linden. Wer die tausendjährige Eibe in Flintbek kennt, der ahnt bereits: diese einmalige Konifere soll über 800 Jahre alt sein.
<< Foto : privat
Der stärkste Hauptast hat über der letzten Verzweigung gemessen einen Umfang von beachtlichen 2,6 m. Und um diese Daten gleich zu vervollständigen, sei der Umfang in einem Meter Höhe gemessen mit 5,20 m erwähnt. Dieser umfasst allerdings nicht den ganzen Baum, sondern eine Gruppe von fünfs Stämmen; die anderen zweigen bereits tiefer ab. Dahr legen wir das Bandmaß noch in 20 cm Höhe an und lesen 8,4 m ab.
Die bastige rötliche Rinde übt bei Lebensbäumen einen besonderen Reiz aus. Diese Schlossthuja (wir benutzen die weibliche Form - die Konifere) zeigt auf diesem Foto rechts deutlich das, was Bonsai-Freunde oft künstlich erzeugen. Hier ist ein weißer “Jin” entstanden, ein alter, ausgebleichter Ast, dr die Rinde schon lange verloren hat. Der Baum hat noch viele dieser attraktiven Blasshölzer.
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Ein Blick von unten in die Krone ist ebenfalls attraktiv, denn der Aufbau der Krone zeigt sich doch völlig anders, als bei den Standard-Nadelhölzern. Auch wenn es an diesem Baum reichlich Stellen gibt, an denen die Rinde verloren ging, dieser Veteran lässt sich so schnell nicht unterkriegen. Unsere Enkel und Urenkel und weitere Generation dürften ganz sicher noch etwas von ihm haben.