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Eine Rarität bei Redefin:
Ein Methusalem unter den Hainbuchen

Eine Fahrt von Boizenburg in Richtung Ludwigslust führt auf der Bundesstraße 5 an einigen beachtlichen Eichen vorbei, die als Naturdenkmäler nummeriert und unter Schutz gestellt wurden. Warum finden wir Veterane haupsächlich in den Gattungen Eiche und Linde vor, manchmal als Rotbuche oder Ulme, ganz selten mal in der Gestalt einer Eibe? Und wo sind die Weißbuchen?

Foto 001901: archivberlin / Efferer, März 2003 >>

Die Erklärung für den Taxus wurde bereits mehrfach angeführt: Rodung im Mittelalter zum Schutz der Pferde (Toxizität der Blätter) und wegen des begehrten Rohmaterials für Waffen - biegsames aber stabiles Holz für Armbruste. Auch für die Ulme wurde mehrfach der bösartige Ulmensplintkäfer als Ursache für ein wahres Ulmensterben ausgemacht.

Birken, Weiden, Pappeln, Fichten, Robinien, Hainbuchen und viele andere Arten werden einfach nicht so alt, wie wir es für wahre Veterane voraussetzen. Wenn wir eine greise Buche finden, so ist es eine Rotbuche (Fagus sylvatica), vor Jahrhunderten eine wichtige Energiequelle als Brennholz. Die Rotbuche ist nicht zu verwechseln mit der Hainbuche (Carpinus betula), auch Weißbuche genannt. Wie die botanischen Namen bereits verraten, handelt es sich um unterschiedliche Gattungen.

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<< Foto 001902: archivberlin / Efferer, März 2003

Die Weißbuche wird heute oft in Bauernwäldern und Knicks angelegt, am häufigsten jedoch als Heckenpflanze. Sie wird nicht so alt wie die Rotbuche und mutiert im Zeitalter der Kettensäge meistens zu Brennholz, lange bevor überhaupt die Chance zum Greis besteht.

Auf der erwähnten Fahrt entlang der B5 kann allenfalls im Winter eine Hainbuchen-Rarität wahrgenommen werden, die in der Wachstumszeit gut hinter Blattwerk versteckt ist. Nach ihrem Stammumfang muss sie mindestens 500 Jahre auf dem Kerbholz haben. Wo das wahre Alter darüber hinaus liegt, ist ungewiss; es könnten bis zu 700 Jahre sein. Da der Kern schon lange vergangen ist, gibt es auch keine Möglichkeit, Jahresringe zu zählen. Auch das, was wir heute als Krone wahrnehmen, hat mit den Kronen vergangener Jahrhunderte nichts mehr gemein. Aber darüber später mehr.

Unsere Schriftführerin hat das kostbare Stück 2,3 km westlich Redefin und zwar südlich der B5 hinter dem Garten eines vereinzelten Resthofes entdeckt, rechts und links von Feldern und Brachen eingerahmt. Die Rarität versteckt sich in den Büschen am Rand eines Feldes. Es ist ein wahres Glück, dass wir sie gefunden haben. Das Bandmaß zeigt in einem Meter Höhe einen Umfang von 6,70 m an, knapp über dem Boden sind es 11,10 m.

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<< Foto 001904: archivberlin / Efferer, März 2003

Ein wahrer Veteran, der sich erstaunlich lange gehalten hat.
Zerzaust, verwildert, aber mit ungebrochenem Lebenswillen.
Vielleicht können ihn ja noch etliche Generationen bewundern,
auch wenn der Stamm hohl ist, die Hülle aber wächst weiter.

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Foto 001903: archivberlin / Efferer, März 2003 >>
Für seine Art ein Riese ...
Die Schriftführerin wirkt doch recht klein neben ihm.

Der Baum ist völlig hohl, die Äste sind ganz offensichtlich immer wieder weggebrochen und durch jüngere ersetzt worden. Auf diese Weise schafft es der Baum, die schmale Hülle am Leben zu erhalten, bis die neuen Äste wiederum zu schwer werden und schließlich bei einem Sturm herabbrechen. Dadurch unterliegt das Kronenbild einer andauernden Wandlung, so dass wir keine Rückschlüsse auf ihr früheres Aussehen ziehen können.

Hainbuchen sind typische Heckenpflanzen und werden frei stehend nur sieben bis 25 Meter hoch. Wenn man diesen Veteran genau anschaut, so wird auch deutlich, warum. Der Knorrige Wuchs mit den zerklüfteten Leitbahnen und der Alterungsprozess der Äste lässt dem Baum kaum andere Möglichkeiten, als Neuaustrieb und Wuchs in die Breite - bei einem zwangsläufigen “Verzicht” auf altes Holz.

Diese Hainbuche ist ein so herrlicher Baum, das es wahrhaft schade wäre, wenn man sie nicht zu schützen und zu halten versuchte. Sie ist eine Rarität und wahrscheinlich die dickste und älteste Weißbuche Deutschlands - die Hainbuche bei Redefin.

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<< Foto 001906: archivberlin / Efferer, März 2003

Interessante Wurzelanläufe - bizarr
wie der gesamte Baum.
Vielleicht können ihn ja noch etliche
Generationen bewundern. Es wäre sehr zu wünschen.
Wir hoffen auf einen besonderen Schutz für diese Rarität.

Foto: privat >>

Einige neu treibenden Äste haben es bisher immer wiedr geschafft,
zu kleinen Stämmen heranzuwachsen, nachdem
wiederholt alte Äste weggebrochen waren.



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An der Kirche in Redefin ...

Direkt an der Kirche in Redefin findet sich diese Eiche. Sie wurde als Naturdenkmal Nr. 306 unter Schutz gestellt. Der standardisierte Stammumfang beträgt 5,50 m. Dem Baum kann ein Alter von rund 450 Jahren zugeschrieben werden.
Die Eiche hat viel Platz und scheint kerngesund zu sein.

<< Foto 001908: archivberlin / Efferer, März 2003

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<< Foto 001909: archivberlin / Efferer, März 2003

Etwa 450 Jahre alt - Stammumfang 5,50 m.

Foto 001910: archivberlin / Efferer, März 2003 >>

Ein Blick in die Krone zeigt nur wenige Narben von Astverlusten.



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Naturdenkmal 309: Eiche bei Redefin

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<< Foto 001907: archivberlin / Efferer, März 2003

An der Bundesstraße 5:
Etwa 1,5 km westlich von Redefin steht dieses Naturdenkmal (Nr. 309).
Die Eiche hat einen Stammumfang von 5,20 m
und dürfte etwa 450 Jahre alt sein.

Foto: privat, März 2003 >>

Unser Thema: Alte Bäume