
Die « 800-jährige» Eiche von Hittbergen
Nicht weit von Lauenburg entfernt, allerdings südlich der Elbe liegt der kleine Ort Hittberge. Direkt vor der Kirche findet der Besucher eine Eiche, die bereits vor fünfzig Jahren mit einem Alter von mindestens neunhundert Jahren angegeben wurde. An dieser Altersangabe hat sich bis heute nichts geändert.
Foto 001101: archivberlin / Efferer, Mai 2003 >>
Die Eiche hat viel Platz ,aber in den
letzten Jahren dennoch einen schweren Stand
gehabt. Der jüngste Austrieb nach einer Behandlung jedoch
lässt hoffen ...
Der Stamm hat in etwa 1 m Höhe seine dünnste Stelle, und diese hat einen Umfang von 8,70 m. Die Altrersschätzungen gehen weit auseinander und liegen zwischen 500 (Fröhlich) und 900 Jahren (Gemeinde). Nach dem Dickenwachstum und vergleichbaren, bekannten Umfängen neigen wir eher zu 700-800 Jahren.
Die schöne Eiche hat einen freien Standort und sicher genug Wurzelraum für weitere Jahrhunderte. Allerdings hatte der Baum in den letzten Jahren stark zu kämpfen, viele große Äste starben ab. Eine heute sichtbare Behandlung in jüngerer Zeit mit der Kettnsäge hat heftige Rückschnitte beschert, die insofern erfolgreich waren, als der neue Austrieb kräftig aussieht in den Teilen, die noch Saft führenden.
<< Foto 001102: archivberlin / Efferer, Mai 2003
8,70 m Umfang misst der Stamm
an der dünnsten Stelle
Etwas schleierhaft allerdings sind alte Holzteile, die nicht gerade fachmännisch stehen gelassen wurden, ohne sie auf schwächere Äste und in der Fortführung Zweige abgesetzt zu haben. Da wusste der Ausführende anscheinend zu wenig darüber, dass Eichen nur im Splintholz der letzten anderthalb Jahre Transpirationsströme führt. Dies ist eine so geringe Schicht, dass der Strom in der Regel unter solch brutalen Schnittstellen abreißt. Zumindest wird es dem Baum mit der Versorgung schwer gemacht, selbst wenn einige neue Triebe dort erscheinen sollten. Meist sterben sie nach ein bis zwei Jahren ab. Bei Eichen lässt man keine “Kleiderhaken” von einem Meter länge stehen, so nennt man stehen gebliebenes totes Holz.
Der Austrieb jedenfalls lässt auf eine bessere Zukunft für diese schöne Eiche hoffen. In einigen Jahren wird man wahrscheinlich einige stehen gebliebene Stümpfe nachschneiden müssen.
Foto 001103: archivberlin / Efferer, Mai 2003 >>
Viel Raum vor der Hittbergener Kirche für die alte Eiche.
Auf halber Höhe links am Stamm
ist ein stehen gebliebener "Kleiderhaken" zu sehen,
in der Krone befinden sich auf der anderen Seite weitere.
Nur einen Ort weiter finden wir ein beachtliches Robinien-Paar: in Bullenhausen.
