Die Thie-Linde in Großgoltern
Südlich Hannover liegt der kleine Ort Großgoltern. Direkt neben der Kirche findet sich ein “dreiviertel” Baumveteran, die “Tilly-Linde”. "Dreiviertel" deshalb, weil knapp ein Viertel des Stammes zur Nordseite hin vergangen ist.
Foto 003601: archivberlin / Efferer, Juli 2003 >>
<< Foto 003603: archivberlin / Efferer, Juli 2003
Blick von Osten auf die "Thie-Linde".
Der Kirchturm rechts im Bild soll 1625
(damals wahrscheinlich vorwiegend aus Holz)
abgebrannt sein.
Die Bezeichnung "Tilly-Linde" beruht offensichtlich auf einem Vermerk in der Chronik Golterns, nach der Tilly und seine Landsknechte im Jahre 1625 diesen Ort schrecklich heimgesucht haben sollen. Einer darauf basierenden Sage nach sollen sich 33 Einwohner in den Kirchturm geflüchtet haben und darin umgekommen sein, als dieser in Flammen aufging. Die damals schon stattliche Linde soll den direkt neben ihr tobenden Brand unbeschadet überstanden haben und seither diesen Namen tragen.
Foto 003605: archivberlin / Efferer, Juli 2003 >>
Man stelle sich das inmal vor: Neuaustriebe
im Innern eines hohlen Baumes!
Das ist natürlich nur mit dem
Lichteinfall denkbar, denn der Stamm
ist ja an der Nordostseite vollkommen offen.
<< Foto 003602: archivberlin / Efferer, Juli 2003
Von Südost gesehen sieht der Stamm
massiv aus - wie das täuscht!
Ebenfalls ist beurkundet, dass die Linde früher als Thie-Linde bezeichnet wurde, was für eine Gerichtslinde steht; Goltern war Gerichtsplatz. Die standardisierte Messung des Stammes ergibt (im Juli 2003) 9,20 m. Zwei Handbreit über dem Boden sind es 12,90 m. Das Alter wird offiziell mit 800 Jahren angegeben, was durchaus realistisch ist, wenn man das verschwundene Holz des Stammes mit einbezieht.
<< Foto 003604: archivberlin / Efferer, Juli 2003
Die Linde ist gut gepflegt. Gewindestangen
und Stahlseile sorgen für eine
ausreichende Statik in Stamm und Krone.
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Foto 003606: archivberlin / Efferer, Juli 2003 >>
... ein "Dreiviertel Baumveteran", Blick von Osten.