
Die Elend - Eiche
Nein, wie diese Bezeichnung auch klingen mag, so wenig elendig ist dieser Veteran. Er ist kerngesund und Elend heißt lediglich ein kleiner, verträumter Ort im Harz an der B 27 zwischen Braunlage und Wernigerode. Wer sich über den Ortsnamen muckiert, dem sei ans Herz gelegt, dass wenige Kilometer entfernt der noch kleinere Ort "Sorge" liegt, wo es übrigens nur ein einziges gelbes Ortsschild gibt, da das Dorf nur aus einer Richtung zugängig ist. Hier verlief einstmals die Grenze zur DDR und im Westen des Ortes wir ein zwanzig Meter breites Stück Grenzbefestigung im Originalzustand erhalten; in Erinnerung an den "Schutzwall gegen den Imperialismus" als "Grenzmuseum" (Foto anbei).
<< Foto: privat
Aber wieder zurück zu unserem Hauptanliegen in Elend. Die in Abendsonne so wunderschön golden leuchtenden Blätter gehören natürlich nicht zu der Eiche, sondern zu einer genau dahinter stehenden Buche. Dem Foto ist diese Vermischung gewiss nicht abträglich; ihm wird eher ein besonderen Reiz verliehen. Die Eiche vor der Kirche ist so gesund, dass sie bisher keinerlei Betreuung bedarf. Wenn viele unserer Veteranen etwas unter mangelnder “Beinfreiheit” (die wir wohl ernster und treffender mit Wurzelraum beschreiben sollten) zu leiden haben, dieser Baum mit Sicherheit nicht. Schließlich hat er einen freien Platz von mehreren Tausend Quadratmetern um sich herum, abgesehen von der kleinen, idyllischen Kirche.
Viel ist nicht bekannt zu der Eiche. Der überaus scharfsinnige Kommentar: “Ach, die Eiche? Die steht eigentlich schon immer hier!” verleitet zu einem Schmunzeln. Nun gut, ausgesprochen selten haben sich alte Bäume von ihrem Platz bewegt, so offensichtlich auch dieser ...
Auf sein Alter angesprochen schweigt sich die Eiche aus. Sein Umfang von 5,40 m lässt unter Berücksichtigung des Standortes indessen auf ein Alter von etwa 450 Jahre schließen.
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<< Foto 000602: archivberlin / Efferer, März 2003)
Etwas schade ist der hier deutlich sichtbare Moosbelag an weiten Teilen des mächtigen Stammes. Hier wird Feuchtigkeit gespeichet, die wiederum Pilzbefall und Fäulnis begünstigt. Das Entfernen des Mooses erscheint angeraten. Während einer solchen Behandlung sollte man sich keine Sorgen um die Standfestigkeit der Leiter aufgrund heftiger Baumbewegung machen, denn, wie schon erwähnt: Der Baum stand eigentlich schon immer hier!
