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Die "1000-jährige" Bast-Linde in Effeltrich

Foto 004201: archivberlin / Efferer, Juni 2003 >>

Von Fachleuten wurde das Alter dieser Linde 1935 als auf 800 Jahre taxiert. Der heutige Stammumfang von 7,70 m (eine Handbreit über dem Boden sind es 11,10 m) spricht nicht dagegen, dass der Baum jetzt zwischen 850 und 900 Jahre alt sein könnte. Er darf damit sicher schon in die Reihe der “1000-jährigen” aufgenommen werden, denn diese Zahl hat doch für fast alle Menschen etwas Magisches, wenn es um eine Altersbestimmung geht. Einer Sage nach soll er 1007 n.Chr. gepflanzt worden sein - aber das ist lediglich “sagenhaft”.

Aber das Alter allein ist es sicher nicht, welches den Reiz dieser Linde ausmacht. Sie wirkt wie eine Tanzlinde, jedoch ist die Entstehungsgeschichte dieser weit ausladenden Krone eine ganz andere. Der Baum wurde bis etwa 1850 zur Bastgewinnung genutzt. Bast als Material zum Anbinden und zum Fixieren von Pfropfstellen bei Obstbäumen wurde über Jahrhunderte in erheblichem Maße benötigt. Dazu waren die jungen, aufstrebenden Triebe notwendig. Um diese in reicher und leicht zu erntender Zahl zu erhalten, wurden bereits in der Jugend die Zweige der Linde nach unten gebogen und fixiert, woraus sich die gewaltigen querstrebenden Äste entwickelten.

Es ist ist durchaus denkbar, dass sich einige der bekannten Tanzlinden aus der ursprünglichen Bastgewinnung ergaben, da sich das Einlegen von Brettern in die scheibenflachen Kronen für Feste anbot.

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<< Foto 004202: archivberlin / Efferer, Juni 2003

Erst ein solches Foto mit einer Person,
die sich unter dem Kronendach bücken muss,
lässt die Mächtigkeit des Baumes ahnen.

Die Linde in Effeltrich ist bestens gepflegt worden. Seit 1905 können die schweren Äste nur noch von einem doppeten Eichenholzgerüst getragen werden. Immer wieder wurden erhebliche Geldmittel für Sanierungen aufgebracht - je nach Wissensstand. So wurde der hohle Baum 1913 (für 400 Mark) mit Ziegeln ausgemauert, was man damals als für die Statik notwendig erachtete.

Im Zuge von sehr umfangreichen Sanierungsarbeiten (Kosten: 23.000 DM) wurden diese Plomben dann 1977 von der bekannten Fachfirma für Baumchirurgie (Maurer aus Rottenbach) entfernt. Auch heute macht die Linde einen kräftigen und vitalen Eindruck, so dass wir auf ein langes Weiterbestehen hoffen dürfen.