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Die Konradslinde in Herzberg

Am Südrand des Harz lädt Herzberg seine Besucher mit zahlreichen Schildern auf das Welfenschloss ein. Seit 1872 ist dort bereits das Amtsgericht untergebracht und auch das Museum hat dort einen stilgerechten Platz gefunden. Im Schlosshof besticht der 1648 erbaute Uhrenturm, der als Prunkstück seinerzeit als eine von vielen Erweiterungen des Schlosses geschaffen wurde. Immer wieder setzten die regierenden Herzöge solche Zeichen, wie auch Mitte des 16. Jahrhunderts, als nacheinander sieben herzögliche Brüder geboren wurden. Für jeden von ihnen wurde vor dem Schlossplatz eine Linde gepflanzt.

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Lange Zeit glaubte man, dass die vor dem Haupttor des Schlosses befindliche Linde das letzte lebende Exemplar dieser sieben Bäume wäre. Zumindest stimmt das Alter mit der Geburtenreihe der Cellischen Welfen überein. Ein Stammumfang von 5,5 m wird dem Besucher auf einem Schild angepriesen. Die Rückrechnung nach historischen Dokumenten zeigt, dass die Linde rund 450 Jahre alt ist, was nach Umfang und Standort auch absolut realistisch erscheint.

Allerdings gibt es eine nicht dokumentierte Überlieferung, nach welcher eine "alte" Linde nach einem beliebten Hausmeister aus der Zeit um 1900 benannt sein soll, der ebenfalls Konrad hieß. Der Standort spricht eher für die letzte Variante. Aber egal, welche Version der Wahrheit am nächsten kommt, die Linde ist jedenfalls kerngesund.

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Ein Blick in die hoch aufragende Krone lässt vermuten, dass der Baum über lange Zeit nicht frei als Solitär sondern im Wettbewerb um das Licht in einem Verband gestanden haben muss. Der gestreckte Wuchs und die beachtliche Höhe von fast 30 Metern belegt den Kampf der Hauptäste um einen Platz an der Sonne.

Viel Pflege benötigt der Baum nicht, denn es gibt keine wesentlichen maroden Stellen. Allerdings könnte der dicke Moosbelag als Feuchtigkeitsspeicher für Pilzbefall und F&'228ule sorgen. Wurzelraum dürfte an diesem Standort genügend vorhanden sein, seit die konkurrierenden Bäume früherer Zeiten verschwunden sind, obwohl die Asphaltdecke der Zufahrt nicht gerade ideal für den Baum ist. Seine Wurzeln können aber an den anderen Seiten weit unterhalb der Mauer in die Breite, wo sie Freiraum in "luftigerem" Boden finden.

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Unser Thema: Alte Bäume