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Die "1000-jährige" Linde in Bermoll

Es gibt unter den Veteranen einige ganz besondere Stücke, die man gar nicht genug heraus stellen kann. Noch stärker als bei der Kaiser-Lothar-Linde in Königslutter ist diese Linde ein “Baum der tausend Bilder”.

Foto 003001: archivberlin / Efferer, April 2003 >>

Gemeint ist damit die unglaubliche optische Vielfalt: Mit jedem Schritt seitwärts oder der Änderung des Blickwinkels nach oben bieten sich dem Betrachter immer neue Eindrücke, so dass man schon fast um die Abnutzung des Auslösers einer Kamera besorgt sein muss. Aber Spaß beiseite, diese Linde gehört unabhängig von der Altersfrage zu den interessantesten ihrer Art!

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<< Foto 003002: archivberlin / Efferer, April 2003
Von der Südseite präsentiert sich ein
kräftig erscheinender Stamm mit vielen
Verwachsungen. Man mag kaum glauben, dass sich
dahinter hauptsächlich Hohlraum verbirgt.

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Foto 003003: archivberlin / Efferer, April 2003 >>
Von der Westseite zeigt sich, dass der
Stamm inzwischen aus zwei Teilen besteht.

Wir haben in diesem Fall die 1000 Jahre in der Headline in Anführungszeichen gesetzt, denn seit langem sind sich die Experten einig, dass diese Linde über 800 Jahre alt ist *(). Nun kann man daraus natürlich auch gleich 1000 Jahre ableiten, was ja in jedem Fall älter als 800 bedeutet. Hinweisschilder in Bermoll verweisen jedenfalls auf die "1000-jährige" Linde.

*(Goerss, Hartwig: Unsere Baumveteranen", Landbuchverlag, Hannover, 1981)

Nur spricht der standardisierte Stammumfang von 9,50 m eher für die Experten (knapp über dem Boden 11,90 m). Es muss erwähnt werden, dass der gemessene Umfang durch den verfallenen Teil des Baumes ergänzt werden muss, was in den 9,50 m noch nicht berücksichtigt ist. Am Ende landet man dann bei etwa 850 Jahren, was der Liebe zu diesem ehrwürdigen Baum nun gewiss keinen Abbruch tun muss.

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<< Foto 003004: archivberlin / Efferer, April 2003
Der Raum zwischen den beiden Stammteilen
ist vor langer Zeit bereits vergangen.

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Foto 003005: archivberlin / Efferer, April 2003 >>
Der Blick nach oben lässt uns die schmale
aber aktive "Brücke" erkennen, in welcher
der Saftstrom von dem kleineren Teil auch in
den Hauptteil der Krone geleitet wird.

Die Linde ist bestens gepflegt, die Wunden und das alte offene Holz professionell versorgt. Die Hauptäste und die hohle Stammruine sind mit Stahlseilen verspannt und gesichert. Ohne diese Hilfen wäre der Baum nur ein Schatten seiner selbst, da viele Äste längst herausgebrochen wären.

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<< Foto 003007: archivberlin / Efferer, April 2003
Selten hat man einen so freien Zugang in das Innere eines Baumes.

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Foto 003006: archivberlin / Efferer, April 2003 >>
Hier kann man sich auch in aller Ruhe die
"Zimmerdecke" ansehen - denn so fühlt man sich
an diesem Fleck: wie in einem kleinen Raum.
Beachtlich ist die Luftwurzel, die frei im Raum
zu hängen scheint (r.u.)

Die Folge wäre eine alte gedrungene Stammhülle mit relativ kleiner und junger Krone, wie wir es bei den Linden in Upstedt und Pöhlde vorfinden. Diese gedrungenen Formen geben dem Baum etwas Spielraum für den Holzzuwachs, ohne dass die Àste zu schnell wieder zu schwer werden. Immerhin muss eine relativ dünne Hülle sie tragen. Aber freuen wir uns hier über das außergewöhnliche Exemplar in Bermoll, das jederzeit einen Besuch wert ist.

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<< Foto 003008: archivberlin / Efferer, April 2003

Fast etwas breitbeinig und wie auf
Stelzen erscheint hier der Hauptast.

Foto 003009: archivberlin / Efferer, April 2003 >>

Auch von der Ostseite her sieht der Stamm
mächtig aus. Linden neigen dazu, dicht an
den Wurzelanläufen viele Neutriebe anzusetzen.

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<< Foto 003010: archivberlin / Efferer, April 2003

Zahlreiche ausgebrochene Äste haben
Narben der Vergangenheit hinterlassen.
Die Linde ist zum Glück sehr gut versorgt worden.

Foto 003011: archivberlin / Efferer, April 2003 >>

Zugegeben, die Westseite ist nicht gerade die
Schokoladenseite dieses ehrwürdigen Baumes.
Aber dennoch ist die gesamte ausladende
Krone sehr beeindruckend.

Unser Thema: Alte Bäume