Die Taillen-Buche
Es gibt alte Bäume und es gibt schöne Bäume. Darüber hinaus hat uns die Natur auch alte und schöne Bäume beschert, die aber nicht an jeder Ecke zu finden sind. Um es vorweg zu nehmen: Der Baum, über den ich hier berichte, gehört nicht zu den wirklichen Veteranen und selbst für einen “Junggreis” reichen die Jahresringe seines Holzes noch nicht. Dafür ist es seine unbestrittene Schönheit, welche die Stadtväter veranlasst haben mag, den Baum zu einem Naturdenkmal zu küren, was ihn der Beobachtung unterstellt und vor der Kettensäge retten wird.
Bad Sachsa liegt im Südharz. Wer im Nordosten der Stadt die Rosenteiche besucht, findet sich auf einem malerischen Flecken Erde wieder, der nicht nur bei herrlichem Sonnenschein einen eigenen Reiz verströmt. Die Rosenteiche dienen der Fischbewirtschaftung und sind mit terassigem Niveau angelegt. Im Nordwesten erstreckt sich ein weitläufiges Wiesenstück über leichte Hügel.
Nicht zu verfehlen steht mitten auf dieser Wiese das Naturdenkmal. Es ist eine Hainbuche, die von manch einem auch als Taillenbuche bezeichnet wird. Sein Umfang ein Meter über dem Boden fällt in den Taillen-Bereich und lässt mit 2,35 m auf ein Alter zwischen 250 und 270 Jahre schließen. Die Bereiche über und unter der “Wespentaille” werden vom Maßband mit rund vier Metern angezeigt.
Die Detailfotos zeigen den Kronenansatz aus leicht verändertem Blickwinkel. Die bestechende Ebenmäßigkeit der Krone findet ihren Ursprung in dem außergewöhnlich gleichmäßigen Auseinanderstreben der Hauptäste an dieser Stelle.
Foto 00302: archivberlin / Efferer, März 2003 >>Bevor die Sonne ganz versunken ist, lassen meine Gedanken einen kleinen Seufzer zu. Schade, dass ich diesen Baum nicht in dreihundert Jahren erleben kann.